In Königsbrunn wird das Mittelalter wieder lebendig

Wie alles angefangen hat. 10.11.1999, Stadtzeitung, Hellriegel

„Intermundus“: auch Frauen fühlen sich bei Rittersleuten wohl

KÖNIGSBRUNN (H). Der jüngste Orstverein, gegründet im Januar dieses Jahres, heißt „Intermundus“ und hat sich ganz dem Mittelalter verschrieben.
Beim Königsbrunner Herbst gab er ein vielbeachtetes und vielbeklatschtes Debüt, mit Malwettbewerb, Lagerfeuer, Trommelwirbel, Flötentöne und selbstverständlich auch Mittelalterliche Schaukämpfe. Auch über die Teilnahme an überörtlichen Veranstaltungen berichtete 1. Vorsitzender Thomas Arnold auf der Mitgliederversammlung im Vereinslokal „Charivari“. Dort gibt es Bier aus der „Ritterhochburg“ Kaltenberg. Und König Ludwig blickt bei allen monatlichen Zusammenkünften huldvoll auf die erlesene und belesene Tafelrunde. Nächster Termin ist dort am 18. Dezember, 19:30 Uhr: Die erste Vereins-Weihnachtsfeier überhaupt. Im Hanuar wollen die Ritter sich ins Vereinsregister eintragen lassen. Im Jahr 2000 sind bereits 20 Auftritte vorgesehen. Hierfür liegen bereits Einladungen vor. Vom 16. bis 20. Juni werden die Königsbrunner Ritter ein Trainingslager absolvieren. Weil es in der Brunnenstadt keine altehrwürdigen Mauern und Lagerplätze gibt, muss der Verein in Karlshof bei Nördlingen seine Zelte aufschlagen. Ein Fechtmeister soll engagiert werden. Eine Video-Kamera wird die Kampf-Sequenzen festhalten.
Auch die Historie kommt in der allmonatlichen Ritterrunde und dem wöchentlichen Training nicht zu kurz. Überlieferte Aufzeichnungen berichten von der religiösen Krise im Mittelalter, dem großen Schisma, über Nöte und Unheil, über den hundertjährigen Krieg im Spätmittelalter. In dieser Zeitepoche musste beispielsweise ein Ritter für sein Kettenhemd vier Ochsen berappen. Der mittelalterliche Brustschutz bestand aus 30000, maximal 100000 Einzelringen. Und weil sich die alten Rittersleute oftmals die Kriegsbeute einverleibten, musste das Kettenhemd dehnbar sein. Thomas Arnold arbeitete zwei Monate an seinem Kettenhemd. Ein einfaches kostet heute von 5000 Mark aufwärts. Angeblich war ein Ritter- mitunter schon nach 15 Minuten marschbereit. Von den jüngsten örtlichen und überörtlichen Auftritten berichtet die erste Ausgabe der Vereinszeitschrift „Feder & Tinte“. Diana, Katrin und Alena möchten einen Schwertertanz einstudieren. Als Spezialität des Vereins soll er die Möglichkeit bieten, allen Mitgliedern sich einzubringen. Der Schwerttanz soll zu den anderen Tänzen des Mittelalters die Überleitung bilden und zu einer neuen Ausdrucksart des Vereins werden. Auch will man bald Kontakt zum „Augsburger Dachverband mittelalterliche Vereine“ aufnehmen.

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